Der Hildesheimer Heimat- und Geschichtsverein e. V. wurde 1981 gegründet. Er ist Folgeverein des bereits 1932 gegründeten Hildesheimer Heimatbundes, einer Ortsgruppe des Niedersächsischen Heimatbundes. Der Verein hat sich das Ziel gesetzt, Geschichte, Kultur und Heimatpflege im Raum Hildesheim zu fördern.
Die Vorträge im Riedelsaal finden in Kooperation mit der Volkshochschule Hildesheim statt. Zur besseren Planung möchten wir Sie bitten, sich nur für die Führungen (28. Mai, 25. Juni, 27. August) und die Adventsfeier am 3. Dezember vorab anzumelden. Sie erreichen die Kolleginnen bei der VHS unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 05121 9361-112 bzw. 05121 9361-113.
Mittwoch, 13. Mai 2026, 17.00 Uhr
Mitgliederversammlung 2026
Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4-5
Dienstag, 19. Mai 2026, ab 9:00 Uhr
Stolpersteinverlegung
In diesem Jahr werden 27 weitere Stolpersteine in Hildesheim von dem Künstler Gunter Demnig in Zusammenarbeit mit dem Bauhof und der Stabsstelle Kultur und Stiftungen verlegt. Jeder Stein erinnert an das Schicksal eines in der NS-Herrschaft verfolgten oder ermordeten Menschen. Die Verlegung wird wieder von einer kurzen Gedenkfeier begleitet. Sie sind herzlich eingeladen bei der Verlegung und auch bei der Gedenkfeier (11.00 Uhr, auf dem Andreasplatz) dabei zu sein. Dem angehängten Zeitplan können Sie die einzelnen Stationen mit Zeiten entnehmen.
Mittwoch, 20. Mai 2026, 18:00 Uhr
Dr. Christof Krieger, Mittelmosel-Museum Traben-Trarbach
Vortrag: Urlaubsfreuden unter dem Signum des Hakenkreuzes: Mit ,Kraft durch Freude' von Hildesheim an die Mosel
Ort: Riedelsaal der VHS (Pfaffenstieg 4-5, 31134 Hildesheim)
Wohl nichts ist als die vermeintlich „gute Seite“ des Hitlerstaates so prägnant in der kollektiven Erinnerung verhaftet, wie das nationalsozialistische „Feierabendwerk“ der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“. Tatsächlich bedeuteten die vom Organisationsdrang des NS-Regimes initiierten preisgünstigen Land- und Seereisen einen wichtigen Entwicklungsschritt hin zum Massentourismus unserer Tage. Doch ging es den Nazis dabei nur um harmlose Urlaubsfreuden, die die Arbeitskraft der Volksgenossen erhalten und stärken sollten oder steckte doch mehr dahinter? Welche Zwecke verfolgte das NS-Regime wirklich mit seinen organisierten Gruppenreisen? Und wie verliefen diese Fahrten genau? Wie suchte das Regime diese im ideologischen Sinne zu instrumentalisieren? Dies alles sind Fragen, denen der Historiker Dr. Christof Krieger am Beispiel der Mosel nachgegangen ist. Avancierte die bekannte Weinregion in den Friedensjahren des Dritten Reiches doch neben Oberbayern zum beliebtesten Reiseziel, wobei der Urlauberstrom auch das kleinste Winzerdorf erreichte, in denen sich bislang kaum ein Fremder verirrt hatte! Paradoxerweise wurden zumeist auch die vorgeblich „traditionellen“ Weinfeste erst im Zuge des NS-Tourismus begründet. Auch aus Hildesheim wurden in den 1930er Jahren diverse KdF-Sonderzüge ins Moseltal geleitet, deren Spuren Dr. Krieger gezielt nachverfolgt hat. Als Leiter des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach beschäftigt sich der Referent seit vielen Jahren mit der regionalen NS-Geschichte, bei uns in Hildesheim hat er schon 2023 über die lokalen „Weinpatenschaften“ des Dritten Reiches referiert.
Donnerstag, 21. Mai 2026, 18:00 Uhr
Professor Dr. Christoph Gerlach
Vortrag: Studien zur mittelalterlichen Baugeschichte der Hildesheimer Neustadt
Ort: Gemeindesaal St. Lamberti, Neustädter Markt
Im Sommer 1221 urkundet Bischof Siegfried I. für das Domkapitel u.a. über die Schenkung von zwei Hofstätten im östlichen Teil der Neustadt, die älteste bekannte Nennung der Neustadt Hildesheim. Das 800jährige Jubiläum hat Christoph Gerlach zum Anlass genommen, sich intensiv mit dem Gründungsakt und dem vermeintlichen städtebaulichen Generalplan für die Schwestersiedlung der Altstadt im Südosten zu beschäftigen.
Donnerstag, 28. Mai 2026, 18:00 Uhr
Dr. Martin Pollak, Hannover
Vortrag: Die Niederlassung des Witzenhäuser Wilhelmitenklosters in der Hildesheimer Neustadt
Ort: Gemeindesaal St. Lamberti, Neustädter Markt
Das Witzenhäuser Wilhelmitenkloster war im Mittelalter Teil einer in Deutschland seltenen Ordensgemeinschaft. Die Mönche unterhielten in Niedersachsen drei Niederlassungen, sog. Termineien. Eine davon befand sich in der Hildesheimer Neustadt, weitere lagen in Hameln und in Dassel. Sichere Kunde gibt es dazu erst aus den Quellen des Witzenhäuser Klosters, als dieses 1527 in der Reformation aufgelöst wurde. Eine bislang nicht weiter zugeordnete Urkunde im Hildesheimer Urkundenbuch aus der Mitte des 14. Jahrhunderts ergibt nun neue Gesichtspunkte zur Entstehung dieser Niederlassung. Der Vortrag gibt hierzu eine Übersicht sowie zu den turbulenten Ereignissen um deren Auflösung in der Reformationszeit.
